Neujahrsempfang 2006

Ortsverein

Am Freitag, den 13. Januar 2006 hatte der SPD Ortsverein in Altenriet zu seinem mittlerweile dritten Neujahrsempfang in das Ev. Gemeindehaus eingeladen. Viele Altenrieter Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste aus den umliegenden Gemeinden folgten der Einladung, so dass über 50 Personen beim Sektempfang von den Vorstandsmitgliedern des SPD-Ortsvereins Hans-Georg Kruse und Stephan Naumann begrüßt werden konnten. Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch den „Mitternachtsblues“, einem festlichen Musikstück für Klavier und Trompete, vorgetragen von Frau Stephanie Halder und ihrem Sohn Samuel aus Altenriet. Nachdem der Beifall verklungen war, begrüßte der neue erste Vorsitzende des SPD-Ortsvereines Hans-Georg Kruse die anwesenden Gäste, verbunden mit guten Wünschen für das Neue Jahr 2006 und bat danach Herrn Pfarrer Wößner um sein Grußwort.


Pfarrer Wößner sagte, er freue sich, dass auch in diesem Jahr der SPD Ortsverein mit seinem Neujahrsempfang wieder zu Gast im Evang. Gemeindehaus sei. In Jahr 2006 habe Deutschland Großes vor. Ein gemeinsames Ziel sei, am Jahresende sagen zu können: Wir sind Weltmeister. In Bezug auf die derzeitige wirtschaftliche Lage stelle er sich die Frage, warum der Exportweltmeister derzeit wirtschaftlich schwächele, und wie viele Freiräume nationalen Regierungen im Zeichen der Globalisierung blieben? Seiner Meinung nach sei jedoch kein Pessimismus angebracht. Im Rahmen der großen Koalition sollten wieder vermehrt die sozial- und christdemokratischen Grundsätze zum Zuge kommen. Solidarität zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten und Gemeinsinn sei gefragt. Vielleicht habe die Politik die Aufgabe, jenen Firmen und Konzernen, die nur den Shareholder-Value aber nicht mehr die soziale Verantwortung sehen, die gelbe Karte zu zeigen. Im Grundgesetz sei dazu formuliert: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich der Allgemeinheit dienen.“ Er wisse zwar nicht, ob Franz Müntefering mit seinem Heuschrecken-Vergleich Recht hatte. Jedenfalls habe dieser die Vorlage aus der Wirtschaft „volley“ genommen, und das Alu habe kräftig gezittert. Münteferings Rede war sozusagen ein sozialdemokratischer Konter mitten hinein in den neoliberalen Angriffswirbel. Mit dem Appell: Machen wir etwas aus diesem Jahr für unsere Welt, für unser Land, für unseren Ort und für uns selbst!“, beendete Pfarrer Frank Wößner seinen Vortrag.


Bürgermeister Müller betonte in seinem Grußwort, dass der Neujahrsempfang der SPD in Altenriet mittlerweile ein fester Bestandteil des örtlichen Veranstaltungskalenders sei. Dies biete eine gute Gelegenheit, in die Zukunft zu blicken und gleichzeitig auf das alte Jahr zurückzublicken. 2005 war für die Gemeinde Altenriet aus finanzieller Sicht ein sehr schwieriges Jahr. Investitionen konnten so gut wie keine getätigt werden. Ausgaben beschränkten sich auf das Allernotwendigste. Als nächste große Ausgaben nannte er die Beteiligung Altenriets an der Erweiterung und Sanierung von Hauptschule und Gymnasium in Neckartenzlingen. Auch an der Sanierung der gemeinsamen Kläranlage in Neckartenzlingen sei die Gemeinde beteiligt. Seit Oktober letzten Jahres werde das Neubaugebiet Wiesenäcker erschlossen. Voraussichtlich ab Juli 2006 könne mit der Bebauung begonnen werden. Im Juli 2005 konnte die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Kindergartens Heerweg in Betrieb genommen werden. Seit Juli 2005 biete die „Bürgerhilfe Altenriet“ ihre Hilfe an. Die Bürgerhilfe stelle den Kontakt zwischen älteren und jüngeren Bürgern her und vermittele nachbarschaftliche Hilfen. Er wolle sich bei allen bedanken, die sich bei der Bürgerhilfe einbringen und engagieren. In 2006 stünden uns allen Veränderungen und große Herausforderungen bevor. Die Kommunen seien von dem abhängig, was auf Bundes- und Landesebene geschehe oder auch nicht geschehe. Wichtig sei es für die Gemeinden, dass nicht mehr wie bisher von oben immer neue Aufgaben auf die Kommunen abgewälzt würden, ohne die Gemeinden dafür finanziell auszustatten. Andererseits gebe es auch Lichtblicke. Viele Bürgerinnen und Bürger von Altenriet setzten sich auf die eine oder andere Weise für ihre Gemeinde ein. Sie tragen zur Lebensqualität in unserer Gemeinde bei. Bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich für Altenriet engagieren, bedanke er sich schon gleich zu Beginn des neuen Jahres.

Im Anschluss daran wurde von Frau Stephanie Halder zusammen mit Veronika Küppers das Adagio und Allegro der Sonate in A-Moll von Johann Baptist Vanhal als Flöten-Duett vorgetragen. Das Publikum war begeistert und bedankte sich mit großem Beifall.


Nun war Dr. Keiser vom Kompetenzzentrum Customer Care e. V. der Region Stuttgart an der Reihe, die Neujahrsansprache zu halten. Dr. Thomas Keiser ist Ausrichter des Wettbewerbs „Serviceweltmeister WM 2006“ im Rahmen der FIFA Fußball-WM 2006. Er begann seinen Vortrag mit dem Hinweis, dass das Jahr 2006 für unser Land einzigartig sein werde, weil die Fußball-WM weltweit das größte Ereignis sei, das nicht politisch getrieben sei. Dies habe zur Folge, dass mehr Journalisten in Deutschland sein werden als jemals zuvor. Die Gründung des Kompetenzzentrums „Customer Care“ erfolgte im Jahr 2000. „Customer Care" stehe für „Sich um den Kunden kümmern“, bekannt unter dem Sammelbegriff „Service“. Zum Kompetenzzentrum gehören 8 Unternehmen, die Stadt Stuttgart, die Universität Stuttgart und das Fraunhofer-Institut.

Diese Zusammenballung von Kompetenz möchte dazu beitragen, dass u. a. die Fußball-WM in diesem Jahr ein wirklicher Erfolg werde. Werde Service in Deutschland diskutiert, dann würden meist die beiden Metaphern „Service-Wüste Deutschland“ und „Der Kunde ist König“ genannt. Lt. Statistischem Bundesamt seien wir derzeit zwar immer noch Exportweltmeister. Allerdings ermöglichten die Kommunikationsmöglichkeiten heute auch in anderen Ländern gute Qualität herzustellen. Wie können wir uns verbessern? Eigentlich relativ einfach: Indem wir die Leistungen, die wir direkt erbringen einzigartiger machen. Über den Service könne man eine Leistung positiver machen. Somit komme dem Thema „Service“ eine große Bedeutung für die weitere Entwicklung in Deutschland zu. Guter oder schlechter Service sei fühlbar und habe mit Erwartungshaltungen zu tun. Im täglichen Miteinander sei man enttäuscht, wenn man weniger erhalte als man erwartet habe oder positiv angetan, wenn man mehr bekomme als man erwartet habe. In Deutschland haben wir verglichen mit anderen Ländern teilweise einen hervorragenden Service. Ein schönes Beispiel für guten Service sei diese heutige Veranstaltung des SPD-Ortsvereines.

Der Ortsverein sei sicher in keiner Weise verpflichtet, einen Neujahrsempfang abzuhalten. Trotzdem beschließen einige Bürger, dies zu tun, sprechen mit Referenten, machen sich Gedanken, kümmern sich um die Vorbereitung der Veranstaltung, opfern Zeit und Energie. Jetzt rolle eine WM auf uns zu, wo wir im Mittelpunkt der Welt stünden, wo die Scheinwerfer auf uns gerichtet seien. Wie werde uns eigentlich die Welt wahrnehmen? Die WM präge das Bild eines Landes im Ausland nachhaltiger als jedes andere nichtpolitische Ereignis. Bis zu 13.000 Journalisten werden erwartet, die nicht nur von den Spielen berichten. Sie berichten von der Atmosphäre und z.B. darüber wie es um Stuttgart herum aussieht. 60–70% der Sendezeit beschäftige sich nicht mit dem rollenden Ball. Und wir seien mittendrin. Das Motto dieser WM laute: „Die Welt zu Gast bei Freunden.“ Und das seien wir. Dem werde sich keiner entziehen können. Die Welt schaue auf uns und werde dann ihr Urteil fällen. Die Summe der Eindrücke werde dazu beitragen, wie Deutschland für die nächsten Jahre dastehe. Er möchte die Anwesenden positiv darauf einstimmen, sich das Thema „Service“ zu vergegenwärtigen, das was uns auf dem Weltmarkt immer besser unterscheiden kann, wo wir wirklich Wachstumsraten erzeugen können mit Arbeitsplätzen, die hier stattfinden. Die zentrale Botschaft sei: „Wir müssen diese Chance nutzen.“ Angesichts knapper öffentlicher Kassen, seien z.B. die Kommunen darauf angewiesen, dass andere dazu kommen und sagen: „OK, wir ziehen mit!“ Die "versemmelte" Olympia-Bewerbung vor zweieinhalb Jahren, wo Stuttgart mit Pauken und Trompeten ausgeschieden sei und dafür berechtigte Kritik einstecken musste, war die Motivation für „Customer Care“ zu sagen: Wir engagieren uns für die WM. Wir wollen eine neue Sichtweise des Themas „Service“ in die Welt bringen. Deshalb habe seine Organisation einen Wettbewerb ausgeschrieben, der sich an jeden gerichtet hat, seine Ideen einzureichen. 85 Ideen in einer unheimlichen Bandbreite seien eingegangen mit richtig spannenden pfiffigen Ideen darunter. Mit dem Hinweis, dass er dann zufrieden sei, wenn er es heute geschafft habe, seine Zuhörer im positiven Sinne etwas betroffen zu machen, sie zu interessieren und nachdenklicher zu machen, beendete Dr. Keiser seine Neujahrsansprache. Der lang anhaltende Beifall bestätigte, dass Dr. Keiser mit seinen Ausführungen die Zuhörer beeindrucken konnte.


Der zweite Vorsitzende des SPD Ortsvereins Stephan Naumann nutzte im Anschluss die Gelegenheit, sich bei den Rednern des Abends herzlich zu bedanken. Er sei davon überzeugt, dass die WM in Deutschland dieses Jahr zusammen mit dem Wettbewerb „Service-Weltmeister“ zumindest dazu beitragen, dass in Deutschland wieder ein wenig mehr Zuversicht und Optimismus einkehre. Er bedankte sich im Namen des SPD Ortsvereins auch bei allen anderen, die zum Gelingen des Abends beigetragen haben. Die Besucher blieben noch bis weit in die Nacht im Ev. Gemeindehaus, um sich bei einem guten Schluck zu unterhalten und Gedanken auszutauschen.

zuletzt geändert: 04.02.2007

 
 

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